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31. Treffen in Idstein

von | 20 Okt.,2021 | Allgemein

5. und 6. September 2014

Unser Ziel war diesmal die BAB A 3 im Bereich zwischen Limburg und Wiesbaden. Die frühere Strecke 31 verläuft von Köln bis Frankfurt am Main – ihr südlicher Abschnitt mit 48 km Länge zwischen der damaligen Anschlußstelle Wiesbaden, dem heutigen Wiesbadener Kreuz, und der Anschlußstelle Limburg-Nord wurde am 23. September 1939 dem Verkehr übergeben.

Der Bau des Abschnitts südlich des Wiesbadener Kreuzes mit der Mainbrücke Eddersheim wurde zwar 1938 begonnen, musste aber Anfang 1943 eingestellt werden. Unser Rahmenprogramm begann am Freitag, den 05.09.2014 um 16.30 Uhr mit einem Empfang durch den Ersten Stadtrat der Stadt Idstein, Herrn Felix Hartmann, und anschließendem Eintrag ins Gästebuch der Stadt. Ab 17.00 Uhr erfolgte eine Stadtführung durch das reizvolle mittelalterliche Idstein.

Am Samstag, den 06.09.2014 fuhren wir mit einem Bus zunächst zur Autobahnmeisterei Idstein. Sie ist – neben Alsfeld und Reiskirchen – eine der vor dem 2.Weltkrieg gebauten Autobahnmeistereien in Hessen. Ihr Autobahnmeister, Herr Markus Schmidt, empfing uns und stellte sie uns vor: mit 25 Mitarbeitern betreut er 55,5 km Autobahn zwischen dem Wiesbadener Kreuz und der Landesgrenze Hessen / Rheinland-Pfalz. Wir besichtigten die Meisterei, die ursprünglich noch eine Rastanlage erhalten sollte, ausführlich. Anschließend begleitete Herr Schmidt uns bei der Weiterfahrt.
Zweites Ziel war die insgesamt 507 m lange und 46 m hohe Theißtalbrücke mit 16 Bögen. Beim dreistreifigen Ausbau 1974 bis 1976 bekam sie eine Stahlbeton-Balkenbrücke mit gleichem Pfeilerabstand daneben. In ein Widerlager konnten wir einen Blick werfen und im Inneren des nächsten Pfeilers hoch steigen.

Nach dem Mittagessen in Elz stand an der Lahntalbrücke die Baustellenbesichtigung auf unserem Programm. Die neue Brücke befindet sich leicht nach Osten verschoben gegenüber der heutigen Lage. Sie besitzt je vier Fahrstreifen und einen Standstreifen pro Richtungsfahrbahn. Als 450 m lange, 44 m breite und 60 Meter hohe Brücke mit gevouteten Spannbetonträgern verfügt sie über sieben Felder mit Stützweiten von 45 Metern bis 90 Metern und zwei Hohlkästen je Richtungsfahrbahn. Der Überbau wird in Freivorbauweise errichtet. Kein Brückenpfeiler befindet sich in der Lahn. Ende 2017 soll die Brücke fertig sein.

Wir wurden an der Baustelle am nördlichen Lahnufer von Frau Anke Frischmuth von Hessen Mobil und weiteren Experten empfangen und bekamen sehr viele Detail-Informationen zur neuen Brücke. Nach der Besichtigung fuhren wir zur Baustelle am südlichen Ufer. Hier konnten wir auch zum Widerlager der bisherigen Brücke laufen, wo wir noch Spuren von der 1945 gesprengten Brücke fanden; auch eine Begehung des Hohlkastens war möglich.

Am späten Abend stieß Herr Albert Egenolf, Betreiber der gleichnamigen Prüftechnik und Grundbesitz GmbH zu uns. Er stellte sein kühnes Projekt vor: statt des Rückbaus der heutigen Lahntalbrücke nach Inbetriebnahme der neuen will er sie mit Gebäuden auf den mittleren vier Pfeilerpaaren bebauen. Nach einem informativen Videofilm berichtete Herr Bietsch, Statiker im Büro be + p, von seinen Untersuchungen zur Überprüfung der Statik der geplanten Stahlskelett-Konstruktion. Speziell über die juristischen Fragen zu dem Projekt wurde anschließend noch länger diskutiert.

Wie schon so oft bei unseren Besichtigungen hatten wir wieder angenehmes sonniges Wetter.

Allen bei der Organisation und Durchführung des Treffens Beteiligten sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank!

Dr. Wolfgang Seele, Mannheim


Die erste Lahntalbrücke Limburg war 397 m lang und befand sich östlich der Limburger Kernstadt; sie überspannte das Lahntal in einer Höhe von maximal 57 m über Grund. Der Bau wurde von 1937 bis 1939 nach Entwürfen von Paul Bonatz und Gottwalt Schaper als Gewölbebogenbrücke errichtet und war eines der aufwändigsten Brückenbauwerke der Reichsautobahn. Das Bauwerk wies 13 mit hölzernen Lehrgerüsten errichtete Halbkreisbögen mit lichten Weiten von 29,5 m und Pfeilerachsabständen von 34,0 m auf.
Nach der Sprengung 1945 wurde der Autobahnverkehr zunächst durch die Limburger Innenstadt geleitet. Von 1948 bis 1949 erfolgte die Errichtung einer Behelfsbrücke über dem zerstörten Brückenabschnitt über der Lahn. Es war eine Fachwerkkonstruktion mit Stützweiten von 68 m − 102 m − 68 m, die auf Hilfspfeilern aus Stahl ruhte. Die Fahrbahnplatte bestand aus Stahlbeton und war mit 7,5 m Breite für einen Fahrstreifen je Fahrtrichtung ausgelegt. Ab 1960 erfolgte der Bau einer Spannbetonbalkenbrücke auf sechs Pfeilern, diese wurde am 30. Juli 1965 für den Verkehr freigegeben. Wegen des stark angewachsenen Verkehrs ist im Mai 2013 ein weiterer Brückenneubau begonnen worden.

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