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19. Treffen in Penkun 03. – 05.10.2008

von | 17 Juli,2025 | Uncategorized

Unser Herbsttreffen 2008 führte uns zur A 11 bei Grünz nahe Penkun kurz vor der deutsch-polnischen Grenze. Unser Ziel war, die Fortsetzung der A 11 Richtung Osten zu erkunden.
Der Bau der Autobahn Berlin – Stettin, der Strecke 54, begann am 6. Juni 1935. Der 49 km lange Abschnitt vom Berliner Ring bis Joachimsthal wurde schon am 4. April 1936 dem Verkehr übergeben. Es folgte am 27. September des gleichen Jahres das 67 km lange Teilstück bis Kolbitzow (Stettin-Süd) – heute die erste Anschlussstelle (AS) hinter der Grenze zu Polen. Nach Fertigstellung der beiden Oderbrücken wurde am 31. Juli 1937 die 26 km lange Strecke bis Hornskrug/Bäderstraße freigegeben.1942 konnte von der AS Bäderstraße aus die Verlängerung Richtung Ostpommern/Danzig bis zur AS Stargard in Pommern fertig gestellt werden (etwa 21 kn überwiegend nur die südliche Fahrbahn). Auf der Fortsetzung bis zur AS Freienwalde an der R 158 (etwa 14 km) waren bis 1945 die Brücken und der Erdbau weitgehend fertig, die weitere Strecke nach Bärwalde war in Teilen im Bau.1945 wurden die Oderbrücken zerstört und später einbahnig wieder aufgebaut. Die Strecke von der AS Stargard bis zum Ende südlich Freienwalde, heute Chociwel, wurde 1975 durch Aufbringen einer Bitumen- Fahrbahndecke befahrbar gemacht.

Autobahnfreunde und Autobahnverwaltung, Polen und Deutsche,  gemeinsam an der Oderbrücke – Bausteine für Europa

Am 4.10.2008 früh um 9 Uhr erwartete uns vor der Tagungsstätte ein moderner polnischer Reisebus deutscher Fabrikation. Entsprechend unseren Wünschen zeigten uns Lars Kähler, Leiter der Autobahnmeisterei Gramzow, und Lech Wardowski mit weiteren polnischen Kollegen (bzw. Kollegin) aus den Bereichen Stettiner Straßenverwaltung und -bau auf der etwa achtstündigen Rundfahrt viel Interessantes von früher und heute. Dafür noch einmal an dieser Stelle unser herzliches Dankeschön!
Auf der seit der Wende 1989/90 mit EU-Mitteln modernisierten Autobahn ging es flott Richtung Osten. Auf polnischer Seite der jetzt A 6 genannten Autobahn sahen wir an der AS Kolbaskowo (früher Stettin-Süd) die alte, jetzt sanierte und etwas veränderte RAB-Tankstelle vom Typ Fürstenwalde. Anschließend konnten wir die Brücke über die Westoder von unten „studieren“: aus den beiden 1945 zerstörten Stahl-Überbauten wurde damals zunächst die nördliche Brückenhälfte wieder aufgebaut; die neue südliche Hälfte ist ebenfalls aus Stahl in modernerer Form 1997 errichtet worden.Östlich der Ostoder hielten wir am Neubau eines modernen Autobahnkreuzes für den Anschluss der neuen Schnellstraße S 3 von Stettin nach Gorzow Wlkp./Landsberg (88 km lang). Das Kreuz soll Ende 2009 fertig sein und besteht aus drei Ebenen: unten die A 6, darüber zwei „Überflieger“ (Verbindungen Süd – West und Ost – Süd) und in der 3. Ebene in 30 m Höhe die eigentliche S 3.

Weiter östlich an der AS für die Fernverkehrsstraße 10 (früher AS Altdamm) steht noch die alte inzwischen anders genutzte Autobahnmeisterei. Hier endet jetzt die modernisierte A 6 und wir „fühlten“ für einige Kilometer noch die Betonplatten der alten RAB. Hinter der früheren AS Bäderstraße heißt die ehemalige RAB jetzt Straße 142, zunächst noch zweistreifig in beiden Richtungen, ohne Mittelstreifen ausgebaut zur Nutzung als Militär-Flugplatz. Aber dann beginnt der einbahnige Abschnitt, wobei für die nördliche Fahrbahn bereits 1942 die Seitenstreifen angelegt worden sind.
Um alles gut betrachten zu können, fuhren wir in langsamem Tempo bis zum Ende der Straße 142 an der nicht mehr fertig gestellten AS Freienwalde beim Dorf Voßberg/Lisowo und weiter zum heutigen Chociwel. Dort machten wir Mittagspause im „Palac nad Jeziorem“ (Palais am See). Auf der Rückfahrt hatten wir genügend Gelegenheit, nach unseren Wünschen viele von den mehr als 20 Über- und Unterführungen aus der Zeit vor 1945 zu begehen und zu fotografieren.

Gegen 17.00 Uhr endete unsere interessante Exkursion in Grünz und es ist fast unnötig zu sagen, dass wir wieder herrliches Wetter hatten. Zum Schluss noch eine Anmerkung: unsere Tagungsstätte, der Gasthof „Deutsches Haus“ der Familie Baumann in Grünz weist eine Sensation auf, denn auf dem Gelände steht ein Flugzeug vom Typ Tupolew TU 134 A aus dem Jahr 1965 und kann als technisches Denkmal besichtigt werden.

Dr.-Ing. Wolfgang Seele, Mannheim

Weitere Bilder

Weitere Informationen:

Vergleiche auch: A 11  Stettin – Berlin

http://www.berlinka.pcp.pl/berlinka_de.htm

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